Folge 96 „Was gibt Orientierung in globalen Krisenzeiten, Ursula Schröder?"
Shownotes
Versteht ihr auch manchmal die Welt nicht mehr? Kein Wunder, verändert sie sich doch in einer rasenden Geschwindigkeit. Eine vergleichsweise breit akzeptierte regelbasierte Ordnung gehört der Vergangenheit an und Herausforderungen von Kriegen bis zur Klimakrise stellen Regierungen und Bevölkerungen auf die Probe. Es ist schwierig, die Zusammenhänge zu entwirren und bei den mitunter erratisch handelnden Akteuren Umgang und Ausweg zu erkennen. Das betrifft nicht nur die internationalen zwischenstaatlichen Beziehungen, wir alle spüren Auswirkungen. Dass sich viele Menschen in dieser Situation Orientierung wünschen, ist verständlich. Diese können Friedens- und Konfliktforscher:innen geben und Hamburg hat mit dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) eine der renommiertesten Einrichtungen Deutschlands in diesem Feld. Geleitet wird es von der Professorin Ursula Schröder, die in dieser Folge von Friedrichs Flaschenpost zu Gast ist. Wir sprechen mit ihr darüber, wie sie auf die herausfordernden Zeiten schaut, wie sie Entscheidungsträger:innen berät, aber auch warum sie den Dialog mit der Gesellschaft und gerade mit jungen Menschen so wichtig findet. Es geht um ihr neustes Buch „Schutz in Krisenzeiten“, das ein Plädoyer ist für eine von der Gesellschaft mitgetragene solidarische Resilienz. Auch erfahrt ihr, wer eigentlich verantwortlich war dafür, dass Ursula Schröder so sehr für das Feld der Politikwissenschaft und Sicherheitspolitik brennt – Jahre bevor das Metier so stark nachgefragt wurde wie heute. Hört gerne rein – vielleicht hilft diese Flaschenpost, die Welt wenigstens ein kleines bisschen besser zu verstehen.
Transkript anzeigen
00:00:01: Friedrichs Flaschenpost, der Politik-Podcast aus Norddeutschland von der Friedrich-Ebert-Stiftung.
00:00:07: Herzlich willkommen zu Friedrichs Flaschenpost, dem Politik-Podcast aus Norddeutschland
00:00:12: von der Friedrich-Ebert-Stiftung.
00:00:13: Vielen Dank, dass ihr eingeschaltet habt, sagt am Mikrofon Stine Klapper aus
00:00:16: dem Regionalbüro Nord der FES.
00:00:19: Fühlt ihr euch auch manchmal etwas hoffnungslos angesichts der Lage dieser Welt?
00:00:23: Es gibt noch immer Krieg in Europa, Krieg im Nahen Osten und anderswo auf dem
00:00:27: Globus. Es kommt einem so irrsinnig vor und trotzdem geht es immer weiter.
00:00:32: Hinzu kommen noch andere Krisen, allen voran die Klimakrise.
00:00:35: Wir beginnen schon ihre Auswirkungen zu spüren, aber sie drohen noch viel erheblicher zu werden.
00:00:40: Und wie so oft hängt irgendwie alles mit allem zusammen und man fragt sich,
00:00:44: wie wird das weitergehen?
00:00:46: Was bedeutet das für uns auch hier in Norddeutschland und was können wir vielleicht selbst tun?
00:00:51: Wenn euch diese Fragen auch beschäftigen, wollt ihr die richtige Folge von Friedrichs
00:00:54: Flaschenpost. Heute möchte ich nämlich genau darüber sprechen,
00:00:57: und zwar mit einer Person, die sich auskennt.
00:00:59: Mit Professor Dr. Ursula Schröder. Moin Ursula!
00:01:03: Hallo. Ursula, du bist seit 2017 wissenschaftliche Direktorin des Instituts
00:01:08: für Friedensforschung und Sicherheitspolitik Hamburg und Professorin für Politikwissenschaft
00:01:12: an der Universität Hamburg und seit letztem Jahr auch Mitglied der Akademie
00:01:16: der Wissenschaften in Hamburg.
00:01:17: Vorher warst du Professorin für Sicherheitspolitik an der Freien Universität
00:01:21: Berlin, studiert, dann promoviert hast du in Berlin, Wales und Florenz.
00:01:26: In den Projekten, die du IFSH und an der Uni Hamburg leitest,
00:01:30: beschäftigt ihr euch mit Zusammenhängen zwischen Sicherheit und Klimazukünften,
00:01:34: damit wie es mit dem demokratischen Sicherheitsversprechen in einer neuen Zeit
00:01:38: aussieht, mit internationalem Staatsaufbau und Reform des Sicherheitssektors
00:01:42: und auch mit der partizipativen Erforschung sicherheitspolitischer Fragen.
00:01:47: Wie schön, dass du Gast in unserem Podcast bist, Ursula. Sehr gerne.
00:01:51: Dann lass uns mal loslegen.
00:01:54: Zu Beginn möchte ich gerne ein bisschen über das Institut für Friedensforschung
00:01:57: und Sicherheitspolitik hier in Hamburg erfahren.
00:01:59: Das IFSH gibt es seit 1971. Es stammt also aus einer anderen,
00:02:04: auch bewegten Zeit und ist seitdem zu einem der führenden Forschungsinstitute
00:02:08: in Deutschland geworden.
00:02:09: Was genau macht das IFSH und was machen dein Team und du?
00:02:14: Das IFSH ist sich in den letzten über 50 Jahren seiner DNA eigentlich treu geblieben.
00:02:21: Das heißt, wir interessieren uns im Kern für die Voraussetzungen von Frieden
00:02:24: und Sicherheit in Europa und schauen das inzwischen natürlich in den globalen
00:02:29: Verflechtungen an und auch mit einem Fokus auf das, was aktuell passiert.
00:02:33: Also nicht unbedingt Zeitgeschichte, sondern wirklich, was können wir für Frieden
00:02:37: und Sicherheit in Europa tun, womit hängt das zusammen und das ziehen wir breit.
00:02:41: Von Klimawandel, du hast es angesprochen, bis hin zu Fragen des gesellschaftlichen
00:02:46: Friedens, der Herausforderungen, der Demokratie in Deutschland,
00:02:50: bis hin zu Nuklearwaffen, also die großen sicherheitspolitischen Fragen.
00:02:54: Und wissenschaftlich würde man das nennen, wir machen problemorientierte Forschung
00:02:59: zu grundlegenden sicherheitspolitischen Fragen, aber mit der Brille der Friedensforschung.
00:03:04: Das heißt, ihr macht Forschung, du bist ja auch an der Uni Hamburg,
00:03:08: das heißt Forschung, Lehre, aber ihr seid auch politikberatend tätig.
00:03:13: Genau, wir haben als außeruniversitäre Stiftung, das IFSH ist eine Stiftung,
00:03:18: ich selbst bin auch Mitglied der Universität Hamburg als normale Professorin
00:03:21: für Politikwissenschaft.
00:03:23: Aber als Stiftung machen wir Forschung, klassische Grundlagenforschung in ganz
00:03:27: unterschiedlichen Projekten. Wir machen, wie wir es nennen, Transfer.
00:03:31: Das heißt, wir versuchen, Wissenschaftskommunikation gut zu machen.
00:03:34: Wir beraten unterschiedliche Bundesministerien. Wir sprechen mit dem Bundestag.
00:03:38: Und wir bemühen uns, unsere Forschungsergebnisse auch wirklich mit den Bürgerinnen
00:03:42: und Bürgern in Hamburg und oben liegenden Regionen zu diskutieren,
00:03:45: weil wir ins Gespräch kommen wollen über die Themen.
00:03:48: Und als letztes Ziel haben wir auch, dass wir in der Lehre aktiv sind,
00:03:54: dass wir den Studierenden unsere Themen näher bringen.
00:03:57: Wir haben einen Masterstudiengang Peace and Security Studies zusammen mit der
00:04:00: Uni Hamburg, in dem wir in jedem Jahr arbeiten.
00:04:03: 25 ungefähr Studierenden die Möglichkeit geben, diese Themen nochmal tiefer
00:04:07: gehend zu erforschen und da auch einen Masterabschluss zu erwerben.
00:04:10: Das sind so die drei großen Themen, die uns umtreiben.
00:04:13: Du hast gerade gesagt, seit 1971 seid ihr euch in gewisser Weise treu geblieben.
00:04:19: Was Forschungsgegenstand oder auch dann entsprechend Beratungsgegenstand eurer Arbeit ist.
00:04:24: Es hat sich aber durchaus einiges verändert in diesen Jahren.
00:04:27: Das hat doch sicherlich auch Auswirkungen auf die Disziplin.
00:04:31: Und ich nehme an, dass euer Metier aktuell auch sehr gefragt ist, oder?
00:04:35: Klar, das ist es. Also inhaltlich ist das interessant, weil wir ja als Einrichtung
00:04:40: der Friedensforschung vielleicht nicht auf den ersten Blick im Verdacht stehen,
00:04:44: dass wir Sicherheitsforschung betreiben. Aber wir machen nun genau das.
00:04:46: Wir machen schon lange Sicherheitsforschung mit einem kritischen Anspruch,
00:04:52: auch dem Anspruch zu hinterfragen, wie man das noch besser und noch friedensorientierter machen könnte.
00:04:57: Aber das heißt, das Fragen der Eskalation von Gewalt, und das ist ja das,
00:05:00: was wir gerade sehen, die Entfesselung von Gewalt, die Nutzung von Krieg als
00:05:03: Mittel der Politik, das sind die großen Trends, die wir gerade beobachten.
00:05:07: Wir sehen Rüstungsdynamiken, wir sehen Unsicherheit in Europa und darüber hinaus.
00:05:11: Und das sind Themen, die haben wir eigentlich schon von Anfang an auf der Platte
00:05:15: und bewegen uns damit quasi in der Mitte der politischen Auseinandersetzung.
00:05:19: Wenn man so möchte, ist die politische Auseinandersetzung und Debatte zu uns gekommen.
00:05:23: Wir waren da immer schon in dem Fels. Es war aber davor Nischenfeld und es hat
00:05:28: sich eher so abgespielt, dass man sich mit Fachleuten im engeren Kreis über
00:05:32: die Themen unterhalten hat.
00:05:33: Aber inzwischen ist es halt wirklich breitenwirksam.
00:05:36: Das haben wir nicht unbedingt in der Form kommen sehen.
00:05:38: Und was Neues ist also das hohe Interesse an der Arbeit und das zieht sich durch
00:05:42: von Anfragen aus Schulen oder von Ortsgruppen von irgendwem.
00:05:47: Über Anfragen aus dem politischen Feld haben wir natürlich jetzt ein deutlich
00:05:51: höheres Interesse an der Arbeit und wir machen auch sehr gerne Vermittlungen.
00:05:56: Wir haben auch eine Rubrik, fragt das IFSH auf der Website. Da sind Themen drauf,
00:05:59: zu denen wir auch mit allen Leuten sprechen, die dazu sich interessieren.
00:06:04: Das heißt, diese Orientierung zu geben, ist Teil der Arbeit.
00:06:07: Und was wir sehen und was auch neu ist, ist die Geschwindigkeit.
00:06:11: Das heißt, dass die Geschwindigkeit, in der Politik sich bewegt,
00:06:15: einfach schneller geworden ist.
00:06:17: Und die höhere Schlagzahl an Themen, die drückt sich dann auch in der Arbeitsbelastung
00:06:22: bei uns im Haus natürlich aus.
00:06:24: Alles wird schneller, es wird chaotischer, es ist weniger planbar.
00:06:28: Denn alleine, wenn man sich anschaut, was die USA da veranstalten über die Wochen, ist klar,
00:06:32: dass die Herausforderung für uns ist, da allen Ansprüchen auch gerecht zu werden
00:06:37: und schnell genug auf alles reagieren zu können und mit allen Anfragen,
00:06:41: die wir bekommen, umgehen zu können, weil es einfach mehr Themen sind,
00:06:44: die in schnellerer Zahl auf uns alle einprasseln.
00:06:46: Das gilt ja auch für die Politik, aber eben auch für eine Einrichtung wie unsere.
00:06:50: Du hast gerade gesagt, ihr hattet die Themen eigentlich auch schon vorher auf
00:06:54: dem Tisch und in der Diskussion, in der Forschung und in euren Debatten.
00:06:59: Würdest du sagen, und du hast dazu auch gesagt, das Interesse war vielleicht
00:07:03: nicht das gleiche, die Aufmerksamkeit war vielleicht nicht die gleiche.
00:07:06: Würdest du sagen, man hätte vielleicht besser mehr auf euch hören sollen?
00:07:11: Ja, natürlich muss ich das sagen. In einigen Fällen ist es auch offensichtlich.
00:07:15: Ich komme jetzt von einer Tagung zu Afghanistan.
00:07:19: Da war ich gestern. Das ist jetzt ein Thema, was vielleicht nicht mehr in der
00:07:22: großen Aufmerksamkeit aller Leute in Deutschland liegt. Aber wie wir wissen,
00:07:27: ist vor einigen Jahren der internationale Einsatz in Afghanistan,
00:07:30: an dem Deutschland auch beteiligt war, krachend gescheitert nach 20 Jahren.
00:07:34: Und da beispielsweise war relativ klar, dass insbesondere meine Fachkollegen
00:07:38: und Fachkolleginnen aus der Friedens- und Konfliktforschung schon vor 15 Jahren
00:07:42: gesagt haben, Leute, das wird so nichts,
00:07:44: lasst das mal evaluieren und gucken, was wir anders machen können und dass das
00:07:48: dann nicht passiert ist.
00:07:49: Und da war eigentlich schon lange vorher klar, da gab es Wissen aus der Wissenschaft,
00:07:54: auf das man hätte hören können und das ist nicht passiert, sondern 20 Jahre
00:07:57: zu spät passiert und das ist natürlich ärgerlich.
00:07:59: Allerdings ist es auch nicht so, dass wissenschaftliches Wissen immer direkt
00:08:04: übersetzt werden kann in politische Entscheidungen.
00:08:07: Das heißt, das ist auch nicht unsere Aufgabe, sondern unsere Aufgabe ist es,
00:08:10: zu orientieren, zu schauen, was wissen wir aus der Forschung,
00:08:14: woraus können wir lernen und dann vielleicht aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es geben könnte.
00:08:20: Die eigentlichen Entscheidungen müssen dann andere treffen. Ich habe es ja zu
00:08:23: Beginn schon gesagt, viele Menschen gucken mit einer gewissen Unglaubigkeit,
00:08:27: aber auch Überforderung auf die aktuelle Lage und es ist irgendwie sehr schwer
00:08:31: für viele Menschen das zu entwirren.
00:08:33: Wie blickt man in der Wissenschaft auf die aktuelle Multiple Krise, Multikrise?
00:08:40: Kann man sie überhaupt erklären, was sagst du, wenn dich jemand fragt,
00:08:44: wenn dich Menschen fragen, was soll das alles, wo geht das hin?
00:08:48: Kannst du Orientierung geben?
00:08:50: Das ist unser Job. Also Orientierung geben ist nun genau das,
00:08:53: was wir uns als Ziel für das Haus auf die Fahnen schreiben.
00:08:56: Wir versuchen wirklich, das Drama rauszunehmen und zu erklären,
00:09:01: okay, das sind die Teile dieser Krisenkonstellation, das ist neu,
00:09:04: das haben wir vielleicht auch schon mal gesehen und das sind übliche Wege,
00:09:07: wie man aus solchen Krisen auch wieder rauskommt.
00:09:10: Aber wir haben es tatsächlich mit einer neuen Krisenkonstellation zu tun, vor der wir stehen.
00:09:15: Kriege gab es immer schon, Kriege gab es auch in den letzten 30 Jahren,
00:09:19: auch in Europa immer schon. Das ist nicht neu.
00:09:21: Aber die Kombination von Kriegen und Gewaltkonflikten auf der Welt,
00:09:27: der Krise der internationalen Ordnung und der demokratischen Systeme zusammengenommen
00:09:32: mit der ungebremsten Erderwärmung.
00:09:35: Also der Erwartung, dass wir bis Ende des Jahrhunderts mit einem massiven Temperaturanstieg
00:09:39: auf diesem Planeten zu kämpfen haben werden.
00:09:41: Diese Kombination haben wir noch nicht gesehen und da ist auch nicht klar,
00:09:46: was für gesellschaftliche Folgen das in der langen Frist noch haben kann.
00:09:50: Das heißt, meine Aufgabe ist es auch immer wieder darauf hinzuweisen,
00:09:53: dass auch wenn die akuten Bedrohungen in Europa vielleicht gerade kriegerischer
00:09:57: Natur sind, Stichwort Ukraine,
00:10:00: nicht aus den Augen zu verlieren, dass diese Krisenkonstellation,
00:10:03: die wir gerade vor uns sehen, dass die langfristig ist, dass das schleichende Krisen sind,
00:10:07: die wir gerade noch gar nicht akut jeden Tag vor uns sehen und dass es darum
00:10:11: gehen muss, diesen langen Horizont und auch die lange Planung und Vorbereitung
00:10:14: für solche längeren Krisen nicht aus dem Auge zu verlieren und darauf immer
00:10:18: wieder hinzuweisen im tagespolitischen Geschäft.
00:10:21: Das ist der Job von Leuten wie uns. Und wenn wir jetzt auf den langen Horizont
00:10:25: gucken, mir ist auch bewusst, ihr könnt auf diese Dinge hinweisen,
00:10:28: eine Glaskugel habt ihr aber auch nicht, wie sich die Zukunft entwickelt.
00:10:33: Und das ist natürlich total schwierig auch vorauszusagen, du hast gerade auch
00:10:36: angesprochen, wie schnell die Entwicklungen sind, wie erratisch auch manche
00:10:40: handelnden Akteure sind.
00:10:42: Und deswegen ist es sicherlich schwierig, etwas vorauszusagen.
00:10:45: Aber dennoch, was meinst du, wenn wir in die Zukunft gucken,
00:10:48: was können wir da erwarten?
00:10:49: Wird es eher so weitergehen? Also bleibt das sozusagen wie so ein dauerhafter
00:10:53: Ausnahmezustand oder habt ihr den Eindruck, das wird sich irgendwann einpendeln,
00:10:57: anders einpendeln, als es vielleicht in der Vergangenheit war,
00:11:00: aber doch ein anderes, stabileres System?
00:11:04: Ja, das ist eine gute Frage.
00:11:07: Die Frage, wohin wandert die Welt? Gibt es neue Weltordnungen? Wie sehen die aus?
00:11:13: Also meine Einschätzung ist, dass es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten
00:11:18: sehr viel Unruhe geben wird im internationalen System und dass wir nicht damit rechnen können,
00:11:22: dass wir plötzlich wieder eine hegemoniale oder stabile Weltordnung haben,
00:11:26: wie die, die wir nach dem Zweiten Weltkrieg kennengelernt haben.
00:11:29: Meine Einschätzung ist auch, dass diese Weltordnung zu Ende ist,
00:11:33: die sich nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet hat durch die Gründung der Vereinten
00:11:37: Nationen und diese sogenannte regelbasierte internationale Ordnung.
00:11:40: Das ist ziemlich tot in der Form, wie wir das kennen. Und das Ende der Nachkriegsordnung
00:11:45: geht dann natürlich mit Chaos einher und mit Mächten,
00:11:49: die versuchen, Einfluss zu gewinnen und mit Konflikten, die daraus entstehen
00:11:54: und auch dem Versuch, Einflusssphären zu sichern.
00:11:56: Das ist alles, was wir sehen, ist volatil, ist ziemlich gefährlich aus unserer
00:12:00: Sicht, ist tief ungewiss im Ergebnis und die neuen Ordnungsmuster sind noch
00:12:04: nicht vollständig entstanden.
00:12:06: Es wird viel über eine G2-Welt gesprochen, also über die Frage,
00:12:11: ob die USA und China die beiden Mächte sind, die die Zukunft bestimmen werden.
00:12:16: Wir haben aber auch noch nie gesehen, und du sprachst es an,
00:12:21: wie das Chaos und auch die schnellen Entwicklungen, die wir haben,
00:12:26: wir haben noch nie gesehen, dass sich eine hegemoniale Macht wie die USA in
00:12:30: einer solchen Geschwindigkeit selbst demontieren kann.
00:12:32: In den letzten Monaten. Das ist ungewöhnlich. Also eine Abkehr von den Alliierten.
00:12:38: Eine Demontage der eigenen Regeln, das haben wir nicht vorhergesehen in der Form.
00:12:43: Das heißt, dass viele aus unserem Feld auch davorstehen und nicht genau sagen
00:12:47: können, wie wird die neue Weltordnung denn aussehen?
00:12:50: Und die Vermutung von mir ist, dass es sich nicht um eine Ordnung handelt,
00:12:53: sondern um verschiedene Ordnungen, die parallel existieren, die sich auch überlagern,
00:12:58: in denen es unterschiedliche Vorstellungen, auch normative Vorstellungen eines
00:13:02: guten Lebens geben wird.
00:13:03: Und die wird sich nicht einfach so sortieren lassen. Ursula,
00:13:05: ich möchte jetzt einen Cut machen und nicht einfach das Komplexe,
00:13:08: was du jetzt angesprochen hast, so stehen lassen.
00:13:10: Ich möchte danach gerne noch einmal wieder darauf zurückkommen und auch darauf,
00:13:15: was wir vielleicht machen können, was es auch in Zukunft für Handlungsmöglichkeiten gibt.
00:13:20: Aber wie in unserem Podcast üblich, möchten wir auch mehr über unseren Gast
00:13:24: erfahren. Und das möchte ich jetzt machen. Und einiges erfahren wir immer mit Friedrich Fragt.
00:13:29: Und hier ist Spontanität gefragt, denn Friedrich Fragt heißt,
00:13:32: ich stelle dir ein paar Entweder-oder-Fragen.
00:13:35: Die stehen in gar keinem Zusammenhang zueinander und kommen aus sehr unterschiedlichen Richtungen.
00:13:40: Und die einzige Regel ist, bitte antworte spontan. Okay.
00:13:44: Alles klar. Okay, dann los geht's. Ich fange zum Aufwärmen immer mit dem norddeutschen Klassiker an.
00:13:49: Und da du unter anderem auch Sylt aufgewachsen bist, wenn ich das richtig sehe,
00:13:53: habe ich da eine kleine Vorahnung.
00:13:55: Also Nordsee oder Ostsee? Nordsee.
00:13:59: Überraschung. Aufgeräumter Schreibtisch oder produktives Chaos?
00:14:03: Aufgeräumter Schreibtisch.
00:14:05: Lehre oder Forschung? Forschung.
00:14:08: Haus im Grünen oder Stadtwohnung mittendrin?
00:14:10: Stadtwohnung. Gespräch mit einer Schulklasse oder Beratung von PolitikerInnen?
00:14:15: Beratung von PolitikerInnen.
00:14:18: Fahrrad oder ÖPNV? Fahrrad. Klare Antwort.
00:14:22: Wenn du nicht Professorin geworden wärst, wärst du lieber Journalistin oder
00:14:26: Rechtsanwältin geworden?
00:14:28: Oh, okay, Journalistin.
00:14:33: Espresso in Florenz oder Friesentee auf Sylt? Na, Espresso in Florenz. Ganz klar.
00:14:39: Und jetzt zuletzt fast philosophisch, Wiedergeburt als Vogel oder als Fisch? Als Vogel.
00:14:45: Auch ganz klar. Vielen Dank für die spontanen Antworten. Ein bisschen kennen
00:14:49: wir jetzt Ursula Schröder schon, aber ich möchte noch etwas mehr über deinen Weg erfahren.
00:14:54: Und zwar damit, wie es begonnen hat.
00:14:57: Also wie kam es dazu, dass du
00:14:58: für dich die Sicherheitspolitik und die Politikwissenschaft entdeckt hast?
00:15:03: Also wusstest du nach der Schule
00:15:04: und bei der Studienentscheidung überhaupt schon, was das überhaupt ist?
00:15:08: Also Sicherheitspolitik nicht in der Form. Ich glaube, nee, das nicht.
00:15:12: Meine Geschichtslehrerin ist, glaube ich, schuld. Die hat mir im Leistungskurs
00:15:17: Geschichte echt vor langer Zeit Staatsvertragstheorien beigebracht. gebracht.
00:15:22: So Hobbes, Locke, Rousseau, philosophische Begründungen von Staatsgewalt und
00:15:25: irgendwie haben mich seitdem Staatsformen interessiert.
00:15:28: Und die Frage von Legitimität von Gewalt, die Frage von, was darf ein Staat eigentlich?
00:15:32: Wie kann man politisch gestalten? Es ist hängen geblieben. Und dann hat sie
00:15:36: noch angefangen, Utopieforschung einzubauen.
00:15:38: Thomas Moros, frühe Neuzeit, das war auch großartig. Und ich glaube,
00:15:42: und dann Bismarck-Allianzsysteme kamen noch vor. Also wie verhalten sich Staaten untereinander?
00:15:47: Und in der Rückschau kann ich sagen, dass ich allen Themen davon total treu geblieben bin.
00:15:51: Das hat sich dann im Studium erst so langsam rausgeschält, was mich da interessiert.
00:15:55: Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert, Soziologie vor allem.
00:16:00: Soziologische Theorie, statistische Verfahren.
00:16:02: Bin dann irgendwann rübergewechselt zur Freien Uni Berlin und habe da Politikwissenschaft
00:16:05: studiert, insbesondere transatlantische Beziehungen bei Helga Haftendorn.
00:16:09: Also klassische Lehre, Allianzen, Sicherheitspolitik.
00:16:12: Und so kam ich in die Sicherheitsforschung. Und dann hast du promoviert?
00:16:15: Auch ein sicherheitspolitisches Thema. Ich habe noch ein Master in Sicherheitsstudien
00:16:20: in Großbritannien gemacht dazwischen und dann habe ich promoviert zu einem sicherheitspolitischen
00:16:24: Thema in Florenz, deswegen der Kaffee in Florenz.
00:16:27: Ja genau, das erklärt den Espresso und du hast dann promoviert,
00:16:30: aber was daran hat dich dann so gepackt, dass du auch bei der Wissenschaft bleiben wolltest?
00:16:36: Also auch nach der Promotion dir gesagt hast, okay, das ist mein Ding.
00:16:39: Naja, wenn man die Möglichkeit hat, in der Wissenschaft zu bleiben, ist es schon cool.
00:16:43: Es haben nicht viele Leute die Möglichkeit. Das ist ja ein prekäres Geschäft, das wissen auch alle.
00:16:49: Neugier hat mich, glaube ich, dazu verleitet.
00:16:52: Reine Neugier. Ich lerne gerne neue Sachen. Und in der Wissenschaft ist das
00:16:56: eine der Grundbedingungen, dass man Interessen hat, die verfolgt und gerne liest,
00:17:02: gerne schreibt, gerne lehrt.
00:17:04: Und wenn man die drei Sachen gerne macht, ist man in der Wissenschaft schon mal nicht falsch.
00:17:10: In den Feldern, in denen ich dann war, Politik, Wissenschaft,
00:17:14: Sicherheitsforschung, die mich wirklich schon lange umtreiben,
00:17:17: da haben sich dann die Schritte so ergeben.
00:17:19: Wenn man irgendwo anfängt, sich für was zu interessieren, dann folgt da immer
00:17:22: der nächste Schritt raus, den man dann weitergehen kann.
00:17:24: Ich habe ein bisschen bei der Europäischen Kommission gearbeitet zwischendrin,
00:17:28: bin dann zurück nach Deutschland gegangen für die erste richtige Stelle an der
00:17:31: FU Berlin und daraus haben sich dann weitere Möglichkeiten ergeben und dann
00:17:35: hat das Spaß gemacht, da weiterzumachen.
00:17:38: Und heute, also wir haben schon kurz drüber gesprochen, der Beruf an sich hat
00:17:43: sich vielleicht nicht so sehr gewandelt, aber es hat sich wahrscheinlich gewandelt,
00:17:46: wie Menschen dich zu deinem Beruf befragen, oder?
00:17:49: Erlebst du das auch so im privaten Kontext, dass deine Expertise da noch mehr gefragt ist?
00:17:54: Also dass Leute auch privat auf dich zukommen und fragen, so Ursula,
00:17:58: ich verstehe das alles nicht mehr, kannst du mir da ein bisschen helfen?
00:18:03: Klar, das kommt auch vor. Aber früher waren das ja Fachdebatten.
00:18:07: Ich hatte es schon gesagt, die Themen waren eher arkaren.
00:18:11: Und es gab auch weniger Presseanfragen, wo man jemandem erklären sollte,
00:18:14: wie jetzt genau europäische Sicherheitsarchitekturen funktionieren.
00:18:18: Das ist so EU-Außenpolitik war jetzt nichts, was irgendwen interessiert hat.
00:18:22: Und das ist heute natürlich anders, wenn man sich die Debatten anhört.
00:18:26: Und auch im privaten Raum gibt es wirklich viele Leute, auch viele jüngere Leute,
00:18:29: die ernsthaft verunsichert sind.
00:18:31: Und das kann ich gut nachvollziehen. Das ist eine der Sachen,
00:18:33: die wir auch im IFSH machen, ist, in Schulklassen zu gehen und zum Beispiel
00:18:37: zum Thema Wehrpflicht zu sprechen.
00:18:40: Wehrdienst, Wehrpflicht, wer muss eigentlich hin, was soll das Ganze.
00:18:44: Ist das eine gute Sache, soll man verweigern, um zu tun.
00:18:47: Einfach mit der Generation auch ins Gespräch zu kommen, die von den ganzen Krisen
00:18:52: besonders betroffen ist.
00:18:53: Die jüngeren Generationen unter uns beiden jetzt sind ja die Generationen,
00:18:57: die die Pandemie abbekommen haben, die den Klimawandel voll abkriegen,
00:19:01: die jetzt in die ganzen Wehrdienstdebatten reingezogen werden.
00:19:04: Also an deren Stelle würde ich mich auch ärgern und würde auch gerne etwas mehr Orientierung haben.
00:19:10: Und genau an solchen Stellen sind wir total gerne bereit, mit allen möglichen
00:19:14: Leuten zu reden und zu sagen, guck mal, das ist ungewöhnlich, was wir sehen.
00:19:17: Hier müssen wir folgende Sachen beachten. Habt ihr daran schon gedacht?
00:19:22: So war das vor 20 Jahren. Hier habt ihr einen Vergleichswert.
00:19:24: Das liegt uns schon sehr am Herzen, weil die Themen, die bisher ziemlich abstrakt
00:19:30: waren in der Sicherheitspolitik, Die sind jetzt halt härter an die Einzelpersonen herangerückt.
00:19:35: Das ist sehr praktisch, die Frage, ob man ein Gewehr in die Hand nehmen darf oder muss oder möchte.
00:19:39: Das ist nicht mehr so wie früher, dass man sich dachte, das wird schon jemand
00:19:42: anderes für einen regeln.
00:19:44: Ja, also genau, ich höre raus, dass es dir und euch sehr wichtig ist,
00:19:49: dass dieses Element Teil eurer Arbeit ist, in der Outreach und als Wissenschaft
00:19:53: auch mit der Gesellschaft in Austausch zu gehen.
00:19:56: Ist das etwas, was du dir insgesamt von der Wissenschaft mehr wünschen würdest?
00:20:00: Ist das vielleicht jetzt auch gerade eine gute Situation?
00:20:02: Also etwas, was man aus der Krise heraus mitnehmen kann, dass da die Barrieren,
00:20:08: die es ja teilweise schon noch gibt, ein bisschen mehr aufbricht?
00:20:11: Unbedingt, ja. Das ist, finde ich, sehr wichtig. Ich meine, wir leben in einer
00:20:14: Welt, in der die Wissenschaft an sich oder die wissenschaftlichen,
00:20:18: Ergebnisse, die wir produzieren, zunehmend angefeindet werden,
00:20:21: indem wir auch den demokratischen Konsens auch in Deutschland nicht mehr so
00:20:26: stabil vor uns haben, wie wir das noch vor einigen Jahren hatten und in der
00:20:29: wir alle sehr gespannt auf Wahlergebnisse aus Sachsen-Anhalt und umzuwarten.
00:20:33: Gerade in so einem Kontext muss Wissenschaft viel stärker in die Öffentlichkeit
00:20:37: gehen mit dem validen Wissen, was wir haben. Ja.
00:20:40: Zu kommunizieren, was wir gelernt haben, auch zu kommunizieren,
00:20:43: wie wir eigentlich unsere Arbeit machen und dann den Menschen auch zu zeigen,
00:20:48: dass wir Dinge wissen, die sinnvoll sind,
00:20:50: die Leuten helfen können und die auch nicht nur Orientierung,
00:20:54: sondern vielleicht auch Optionen bieten.
00:20:56: Ich glaube nicht, dass wir gerade noch, in meinem Feld zumindest,
00:20:59: ich spreche ja nicht für die Literaturwissenschaften, sondern wirklich für das
00:21:02: Feld der Politikwissenschaften, ich glaube, wir sollten zeigen,
00:21:05: was wir können, was wir wissen und wie wir auch helfen können.
00:21:09: Nochmal eine ganz andere Frage jetzt. Du warst lange auch in Berlin am OSI und
00:21:14: seit 2017 bist du am IFSH.
00:21:17: Du kommst ja ursprünglich aus Norddeutschland. War es für dich immer ein Ziel,
00:21:21: in den Norden zurückzukommen? Und was schätzt du an Hamburg?
00:21:25: Beziehungsweise gibt es auch etwas, was du vielleicht in Berlin oder in deinen
00:21:27: anderen Stationen, Florenz haben wir schon angesprochen, vermisst?
00:21:30: Also ich wollte tatsächlich immer schon in den Norden zurück.
00:21:33: Bin ja aus dem Norden, habe auch in verschiedenen Orten in Niedersachsen gelebt,
00:21:37: nicht so weit von Hamburg weg.
00:21:38: Aber Hamburg ist ganz klar die Stadt, wo ich gerade sein will. Das ist schon super.
00:21:42: Wenn ich dann abends wie gestern Abend spät irgendwie über die Elbe fahre,
00:21:44: dann mit dem Zug, dann freue ich mich wirklich.
00:21:47: Das heißt, ich finde es eine sehr schöne, nicht zu große Stadt,
00:21:51: in der man schnell zu Leuten hinfahren kann, in der man auch gut arbeiten kann,
00:21:56: auch gut zusammenarbeiten kann mit den anderen Institutionen hier am Standort,
00:21:59: mit denen wir hier unterwegs sind, mit der Uni Hamburg, mit den ganzen anderen
00:22:02: Forschungseinrichtungen.
00:22:03: Das funktioniert einfach sehr gut. Und natürlich wünsche ich mir ein bisschen
00:22:07: mehr florentinisches Licht, aber man kann ja nicht alles haben.
00:22:10: Ja, genau. Das geht, glaube ich, einigen so.
00:22:14: Ja, danke dir für diese Eindrücke von deinem Weg und überhaupt auch nochmal zur Wissenschaft.
00:22:19: Ich möchte jetzt gerne nochmal zu den Themen zurückkehren, zu denen wir auch
00:22:21: am Anfang gesprochen haben.
00:22:23: Und zwar nochmal anders konkret werden. Du hast ein neues Buch,
00:22:27: das Ende April erschienen ist.
00:22:29: Das heißt Schutz in Krisenzeiten mit dem Untertitel Sicherheit und Verteidigung für unsere Zukunft.
00:22:34: Und das ist im Pieper Verlag erschienen. Darin geht es um die Grenzen und Möglichkeiten von Schutz.
00:22:39: Erzählst du uns einmal ein bisschen zum Hintergrund. Also was ist Schutz in diesem Fall?
00:22:44: Und ist der Staat eigentlich verpflichtet, uns vor all den verschiedenen aktuellen
00:22:48: Bedrohungen, über die wir schon so gesprochen haben, zu schützen?
00:22:51: Ja, ist er. Aber nicht so sehr, wie viele das von uns vielleicht.
00:22:56: Ich habe das Buch geschrieben, weil ich den Eindruck hatte, dass es schon unglaublich
00:23:00: viele Analysen darüber gibt, wie schlecht alles läuft, wie tief die Krisen sind,
00:23:03: wie viele Polykrisen wir gerade vor uns haben.
00:23:06: Aber die Frage, die mir auch in Interviews oder sonst wo immer wieder gestellt
00:23:10: wird, ist, was können wir jetzt eigentlich machen, wo können wir uns einmischen,
00:23:13: sind wir beteiligt an diesen ganzen Krisen, die da gerade passieren oder können
00:23:18: wir das an uns vorbeilaufen lassen.
00:23:19: Und deswegen habe ich das Buch geschrieben, weil ich dachte,
00:23:21: nee, wir können das eben nicht als Gesellschaft und uns vorbeilassen,
00:23:25: sondern wir sind direkt einbezogen in die Krisen unserer Zeit und müssen uns
00:23:30: da auch auf härtere Tage gefasst machen.
00:23:33: Und deswegen ist der Staat nicht die alleinige Instanz, die uns schützt.
00:23:37: Das geht nochmal auf die Vertragstheorien, die ich vorhin ansprach,
00:23:40: zurück, sondern Schutz ist keine Einbahnstraße zwischen Staat und Gesellschaft,
00:23:44: wo der Staat uns alles immer so hinrichtet, dass wir es irgendwie gut haben,
00:23:48: sondern demokratische Gemeinwesen beruhen auf Gegenseitigkeit.
00:23:51: Es ist weder reine Staatsaufgabe, alles hinzubiegen, dass es gut läuft,
00:23:55: noch reine Privatsache, dass wir jetzt alles selber in die Hand nehmen müssen,
00:23:59: sondern wir brauchen, das meine ich ernst, gerade eine ernsthafte gesellschaftliche
00:24:04: Verständigung darüber.
00:24:06: Was Schutz unserer Personen, unserer Freiheit, unserer Lebensgrundlagen,
00:24:12: wie das in der nationalen Sicherheitsstrategie so schön heißt,
00:24:14: was Schutz, was staatlicher Schutz überhaupt noch leisten kann,
00:24:17: vor dem Hintergrund der vielen Krisen, die wir vor uns sehen,
00:24:20: wo die Grenzen sind und wo wir sind. wo wir mitwirken müssen.
00:24:23: Und das kann sich halt nicht erschöpfen in der Debatte um Wehrpflicht,
00:24:27: ja oder nein, dann gibt es ein neues Wehrdienstgesetz und die Debatte ist vorbei.
00:24:30: Sondern wir werden in ganz vielen Bereichen merken, in den nächsten Jahren und
00:24:34: Jahrzehnten, dass wir stärker mitmachen müssen.
00:24:36: Sei das durch Extremwetterereignisse, durch den Klimawandel ausgelöst,
00:24:40: sei das in der Verteidigungspolitik, sei das in anderen freiwilligen Bereichen.
00:24:45: Da wird Arbeit auf uns zukommen. Und diese Rollenverteilung zwischen Staat und
00:24:48: Gesellschaft ist das, was mich im Buch interessiert hat. Wie werden wir als
00:24:51: Bürgerinnen und Bürger eigentlich in diesen Schutz eingebunden?
00:24:54: Sind das also die Grenzen für den Staat, wo er uns Schutz bieten kann?
00:24:59: Ist das etwas, was man definieren kann oder ist das in deinen Augen etwas,
00:25:03: was eben eher ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess ist,
00:25:06: der auch situativ abhängig ist?
00:25:08: Also man geht erstmal davon aus, es gibt wie eine Schutzverpflichtung,
00:25:12: aber die hat Grenzen, auch Grenzen des Möglichen.
00:25:15: Sind das Grenzen, die sich beschreiben lassen schon? Du hast schon ein paar
00:25:18: Punkte angesprochen, aber lässt sich das klar definieren? Ja,
00:25:22: und es wird selten klar definiert.
00:25:24: Ich kann dir mal zwei Beispiele bringen. Das eine sind Deiche.
00:25:28: In den Deichen in Hamburg ist natürlich ganz genau festgelegt und berechnet,
00:25:32: wie hoch ein Deich sein muss, um ein bestimmtes Bemessungshochwasser noch aushalten
00:25:37: zu können. Und dieses Bemessungshochwasser ist natürlich festgelegt. Das wird berechnet.
00:25:42: Das berechnet dann auch mit auch Kolleginnen von der Uni Hamburg zusammen beispielsweise
00:25:46: werden solche Hochwasserszenarien gemacht,
00:25:49: Sturmflutszenarien, damit geguckt, wie hoch muss denn der Deich sein und welches
00:25:52: Risiko können wir als Gesellschaft aushalten, dass dieser Deich bricht,
00:25:56: weil kein Deich immer sicher ist.
00:25:59: Das wird festgelegt. Was ist das Risiko? Und wie hoch schätzen wir,
00:26:03: wird das Wasser steigen?
00:26:04: Und das sind natürlich alles Annahmen, die auch in den nächsten Jahren sich
00:26:08: nochmal verschieben können. Und das andere Beispiel ist so die Frage,
00:26:13: wie wir uns, für was wir eigentlich selber ganz persönlich in unserem Freundeskreis,
00:26:17: Familienkreis vorsorgen müssen.
00:26:19: Zum Beispiel gibt es seit letztem Herbst eine neue Broschüre zur Krisenvorsorge
00:26:25: in Deutschland, in der steht drin,
00:26:27: dass wir alle mindestens drei Tage Lebensmittel und Wasser und ein Kurbelradio
00:26:31: und so weiter im Keller haben müssen, falls mal der Strom ausfällt, wie gerade in Berlin.
00:26:36: Und das klingt in der Broschüre noch einigermaßen freundlich.
00:26:39: Wenn man aber in die Gesetzestexte guckt, dann wird klar, das ist einfach der
00:26:43: Schutzstandard in diesem Land,
00:26:46: ist so, dass wir für uns selber vorsorgen müssen und dass der Staat da kein
00:26:51: Schutzziel definiert hat, dass staatliche Akteure uns was zu essen oder was zu trinken bringen.
00:26:55: Diese Annahme, die manche haben, ja, wenn irgendwas passiert,
00:26:58: dann kommt schon jemand und hilft uns, die ist einfach falsch und das steht
00:27:01: auch einfach anders im Gesetz drin. Und das ist ja für eine Politikwissenschaftlerin
00:27:04: dann immer gerne das erste Dokument, das man sich anguckt, ist,
00:27:07: man guckt mal in die Gesetzeslage und schaut, was da eigentlich drin steht.
00:27:10: Da steht drin, kümmert euch um euch selber, da kommt niemand.
00:27:12: Und wenn jemand kommt, dann gerne nur zu den Leuten, die es echt nötig haben.
00:27:16: Also nicht den Leuten, die laufen können und sich auch selber was organisieren können.
00:27:19: Und da ist ganz klar, diese Schutzziele sind definiert, aber es wird relativ
00:27:23: selten darüber gesprochen.
00:27:24: Ja, es wird sehr selten darüber gesprochen. Ich würde auch mal davon ausgehen,
00:27:27: dass das sehr vielen Menschen nicht bewusst ist, also was die eigene Verantwortung
00:27:30: in dem Fall ist. Den einen kann ich auch. Ja, genau.
00:27:34: Also es müsste noch viel mehr drüber gesprochen werden.
00:27:38: Das kommt ja oft tatsächlich mit der Bedrohungslage, beziehungsweise der gefühlten
00:27:43: Bedrohungslage, dass sich Menschen da mehr mit auseinandersetzen.
00:27:46: Aber du beschreibst in dem Buch ja auch, dass wir als Gesellschaftsschutz gemeinsam
00:27:51: organisieren können, also über die staatlichen Strukturen hinaus. Ja.
00:27:55: Ja, nicht nur das, was du gerade beschrieben hast, dass man eben selbst vorsorgt
00:28:00: oder das, was allgemein hin auch als Preppen bezeichnet wird,
00:28:03: also individuell sich vorbereiten.
00:28:06: Du siehst da auch eine gesellschaftliche gemeinsame Aufgabe drin,
00:28:09: oder? Genau und da ist Deutschland ein komischer Fall.
00:28:12: Wir haben uns in einem Forschungsprojekt und ich habe mir auch für dieses Buch
00:28:15: unterschiedliche Länder angeschaut.
00:28:18: Großbritannien, Niederlande, die gesamten nordischen Staaten und in allen diesen
00:28:22: Staaten wird Krisenvorsorge anders betrieben als bei uns.
00:28:26: Da geht es sehr viel stärker darum, und das ist auch gedeckt durch den Forschungsstand
00:28:30: dazu, sehr viel stärker um solidarische und gemeinsame Krisenvorsorge.
00:28:33: Dass man eben nicht nur für sich und seine zwei Familienmitglieder im Keller
00:28:36: ein bisschen Wasser hat, sondern dass man sich mit seinen Nachbarschaften,
00:28:39: mit seiner Straße, mit seiner Kirchengruppe, mit seinem Kegelclub, was auch immer man hat,
00:28:44: zusammentut, um gemeinsam zu schauen, welche Menschen aus unseren sozialen Kollektiven
00:28:50: sind eigentlich verwundbar.
00:28:51: Wie können wir denen im Krisenfall helfen? und wer hilft der Oma aus dem dritten
00:28:55: Stock mit dem Rollator, die nicht mehr die Treppe runterkommt.
00:28:57: Und diese Gemeinsamkeit, auch das Solidarische darin, wer hat Ressourcen und
00:29:00: kann die auch weitergeben im Krisenfall und wer hat keine und wer kann auch nicht laufen,
00:29:05: darüber wird viel zu wenig gesprochen, weil ganz klar ist, dass wenn Krisenfälle
00:29:08: eintreten, und ich rede nicht vom Verteidigungsfall, der auch noch ein Landesverteidigungsfall
00:29:12: dann ist, sondern ich rede wirklich von hybriden Fällen.
00:29:16: Von Sabotage, von Fluten, von Stromausfällen, von den Dingen,
00:29:19: die ernsthaft hier ganz schnell passieren können. Darauf sind wir sehr schlecht vorbereitet.
00:29:24: Und das solidarische Moment da drin ist,
00:29:26: Das ist möglich. Das ist gar nicht weit hergeholt, was ich fordere,
00:29:29: weil wir in Deutschland ein unglaublich gutes Fundament von ehrenamtlicher Unterstützung haben.
00:29:33: Es gibt wahnsinnig viele Leute in Deutschland, die sich ehrenamtlich engagieren,
00:29:36: die ehrenamtlich im Katastrophenschutz aktiv sind, die ehrenamtlich Kindern
00:29:40: das Schwimmen beibringen.
00:29:42: 90 Prozent der Katastrophenschutzeinsätze in Deutschland werden von Ehrenamtlichen gestemmt.
00:29:47: Und auf diesem Fundament kann man prima aufbauen und dieses Fundament muss man
00:29:50: auch viel besser stützen, als es bisher getan wird.
00:29:54: Ich habe dann während der Recherche den Eindruck gehabt, dass dieses Fundament
00:29:57: einfach so hingenommen wird, dass es das gibt und dass es das in Zukunft auch
00:30:01: immer geben wird. Aber das ist gar nicht so einfach.
00:30:03: Kannst du dir erklären, warum das in Deutschland anders ist?
00:30:06: Also warum es eben eine andere Einstellung dazu gibt oder warum auch das Kollektiv,
00:30:12: das Solidarische da nicht so stark ausgeprägt ist, wie vielleicht in anderen Ländern?
00:30:17: Es ist gar nicht so einfach zu erklären. Wir werden uns in den nächsten Jahren
00:30:20: noch genauer anschauen in einem größeren Forschungsprojekt.
00:30:23: Genau dazu, das heißt in ein paar Jahren, lasst uns erneut sprechen.
00:30:26: Ja, klar. Aber was man sieht und was deutlich wird, ist, dass in Deutschland
00:30:32: politische Kommunikation in diesem Feld den Menschen nicht so viel zutraut.
00:30:37: Weil auch die Ansprache an uns als Bürgerinnen und Bürgern in diesem Feld ist
00:30:42: immer sehr vorsichtig, ist immer sehr abwägend.
00:30:45: Und es wird dann auch von ministerialer Ebene immer gesagt, ja,
00:30:48: wir wollen die Leute ja nicht verwundern oder wir wollen sie nicht verängstigen.
00:30:51: Die Gefahr ist abstrakt.
00:30:53: Wir wissen gar nicht so genau, was da kommt.
00:30:55: Die Gefahr ist halt scheuerbar. aus unserer Sicht sehr spezifisch.
00:30:57: Es ist relativ klar, was passieren kann und die Menschen, mit denen wir so sprechen
00:31:02: als Forschende in Bürgerinnenwerkstätten, was auch immer wir so machen,
00:31:05: in vielen Podiumsdiskussionen oder sonstigen Diskussionsrunden, denen ist völlig klar,
00:31:09: dass es Dinge passieren können, auf die man sich vorbereiten muss und,
00:31:13: Die wollen eigentlich besser informiert werden. Das ist noch keine wissenschaftliche
00:31:16: Evidenz. Das ist das, was ich bisher anekdotisch herausgefunden habe.
00:31:19: Ich glaube, da war die Ansprache bisher zu vorsichtig.
00:31:22: Und wir haben auch in die Broschüren der letzten Jahrzehnte geschaut.
00:31:25: In den 60ern war die Ansprache noch ganz anders. Da standen viel härtere Sachen drin.
00:31:29: Da wurde viel klarer formuliert, was der Staat macht und was die Gesellschaft
00:31:32: machen muss, was die Bürgerinnen tun sollen.
00:31:35: Das ist in den letzten 10, 20, 30 Jahren verloren gegangen und müsste jetzt
00:31:38: wieder ausgegraben werden. Das heißt, du siehst da vor allen Dingen auch eine politische Aufgabe?
00:31:43: Ich sehe bei der Kommunikation dafür, worauf wir uns einstellen müssen und worauf
00:31:47: wir uns vorbereiten wollen, ja, das ist eine Frage der politischen Kommunikation,
00:31:50: auch der politischen strategischen Planung.
00:31:53: Weil ich glaube, dass die Bereitschaft in der deutschen Bevölkerung da ist.
00:31:56: Sowohl im Ehrenamt, aber auch bei den Leuten, mit denen ich spreche.
00:31:58: Die Leute verstehen, dass härtere Tage kommen.
00:32:01: Aber es wird immer noch nichts reiner Wein eingeschenkt, wo gesagt wird,
00:32:06: Ja, guck mal Leute, es sind nicht mehr die 90er.
00:32:08: Ihr müsst euch auf ein paar Sachen vorbereiten, die jetzt kommen werden.
00:32:10: Und wir reden nicht von Krieg, wir reden von Klimawandel und Extremwetterereignissen.
00:32:14: Die können wir gerade nicht abwenden und deswegen müssen wir uns vorbereiten.
00:32:17: Dieser Schritt ist noch nicht vollumfänglich gegangen worden und ich glaube, das ist keine gute Idee.
00:32:23: Wie, vielleicht überhaupt nicht, aber wie sehr war für dich denn beim Schreiben des Buchs wichtig,
00:32:29: auch was gegen dieses Ohnmachtsgefühl zu tun, was glaube ich viele Menschen
00:32:34: im Moment haben, angesichts der Unsicherheiten und der Bedrohung,
00:32:39: dass man gar nicht so genau weiß, was man eigentlich machen kann.
00:32:43: Hat das für dich eine Rolle dabei gespielt? Ja, schon. Das ist schon wichtig.
00:32:47: Vor allem, wenn man relativ oft öffentlich spricht wie ich, dann ist natürlich
00:32:50: die Frage, die kommt immer, okay, was machen wir denn jetzt?
00:32:53: Wie kann es denn jetzt weitergehen?
00:32:54: Und es macht auch einfach keine Freude, sich vor Leute zu stellen und zu sagen,
00:32:58: guck mal, alle Indikatoren, die wir haben aus der Friedens- und Sicherheitsforschung
00:33:01: der letzten zehn Jahre sind negativ.
00:33:03: Das sind sie nämlich. Die ganze Trendindikatorik, die wir so haben,
00:33:06: sei das Rüstung, sei das Klimawandel, sei das Gewaltkonflikt,
00:33:11: sei das Migrationsbewegungen, das ist alles einfach immer negativ und es gibt
00:33:14: immer so fiese Grafiken, wo dann alles immer so exponentiell in die falsche Richtung zeigt.
00:33:19: Und damit kann man ja nicht aufhören. Das geht nicht.
00:33:22: Das heißt, ich habe das Buch auch geschrieben, weil ich davon berichten wollte,
00:33:26: wie die Menschen, die für unseren Schutz verantwortlich sind.
00:33:29: Ich habe da mit Leuten gesprochen von Generälen, die unsere Territorialverteidigung planen,
00:33:34: bis hin zu Leuten aus dem Ehrenamt vom Arbeiter-Samariter-Bund oder den Maltesern,
00:33:39: die wirklich ganz, ganz praktisch ihr Leben dafür einsetzen,
00:33:41: dass es uns besser geht und wollte auch davon berichten, was für gute Arbeit
00:33:45: die machen und wie hart die sich anstrengen, diese Arbeit voranzubringen.
00:33:49: Und habe da ein paar Geschichten erzählt, in denen man hoffentlich sieht,
00:33:53: dass auf ganz vielen Ebenen in Deutschland ganz viel passiert,
00:33:56: dass ganz viele Initiativen in Städten gegründet worden sind,
00:33:59: von Betrieben gegründet worden sind, von kommunalen Vertretern begründet worden
00:34:04: sind und dass da unglaublich viel Bewegung im System ist und dass da ganz viel
00:34:08: ist, was auch gut ist und gute Ideen sind, um dann darauf rumzureiten.
00:34:12: Dass diese kleinen Bewegungen nicht ausreichen, sondern dass man da noch einen
00:34:15: großen Bogen drüber spannen muss und das strategischer durchführen muss,
00:34:18: damit nicht nur überall in Deutschland Blumenwiesen entstehen,
00:34:23: so unterschiedlicher Bauweise, sondern wirklich da auch nochmal drauf geschaut wird,
00:34:26: aus dem föderalen Staat heraus und gesagt wird, und folgende Schutzziele wollen
00:34:29: wir haben, das wollen wir für die gesamte Gesellschaft haben und wir wollen
00:34:33: darauf bestehen, dass Schutz in einer demokratischen Gesellschaft für alle da ist.
00:34:37: Und genau das wollte ich aufzeigen. Es passiert viel, die Leute sind motiviert,
00:34:42: es gibt unglaublich viel Ehrenamt in dem Feld.
00:34:44: Es müsste halt noch zusammengezogen und besser organisiert werden von der oberen
00:34:48: politischen Ebene, den Bundesbehörden her. Aber es ist schon unglaublich viel da.
00:34:52: Das freut mich, dass wir damit auch mit dem Podcast mit einer etwas zuversichtlichen
00:34:56: und positiven Note auch rausgehen können.
00:34:59: Und auch mit der Zuversicht, was eben unser gemeinsames Handeln anregt.
00:35:04: Und am Ende der Sendung senden wir mal eine Flaschenpost an die Zukunft.
00:35:08: Und die würde ich gerne auch darauf beziehen, was schreibst du da rein?
00:35:12: Werden wir in zehn Jahren als Gesellschaft resilienter und auch solidarischer sein?
00:35:16: Ja, also ich glaube, wir werden mehr Übung darin haben, resilienter sein zu müssen.
00:35:23: Nicht unbedingt, weil wir das wollen, sondern weil uns noch unterschiedliche
00:35:26: Ereignisse überrollt haben werden, von denen wir gerade noch gar nichts wissen.
00:35:29: Das heißt, die Resilienz kommt dann hoffentlich von selber. Das,
00:35:32: was mich umtreibt, ist das Solidarische.
00:35:34: Und ich hoffe, dass wir in zehn Jahren inklusiver sind, solidarischer und insbesondere
00:35:40: die Leute mitnehmen, die keine so guten Karten haben, die sich nicht selber
00:35:43: schützen können und denen geholfen werden muss.
00:35:46: Und da ist meine Ansprache, dass ich hoffe, dass wir das schaffen und dass wir
00:35:51: in zehn Jahren da besser aufgestellt sind als jetzt. Das ist eine gute und wichtige
00:35:54: Hoffnung am Ende unserer Sendung und damit sind wir auch wirklich am Ende der 96.
00:36:01: Folge von Friedrichs Flaschenpost, dem Politik-Podcast aus Norddeutschland von
00:36:06: der Friedrich-Ebert-Stiftung.
00:36:07: Danke euch, liebe Hörerinnen und Hörer und danke dir, liebe Ursula.
00:36:10: Wir sprachen heute mit der Professorin Ursula Schröder, der wissenschaftlichen
00:36:14: Direktorin des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik Hamburg.
00:36:18: Vielen Dank. Sehr gerne. Und nochmal der Hinweis, Ursula Schröders Buch Schutz
00:36:22: in Krisenzeiten ist im April im Pieper Verlag erschienen.
00:36:25: Und nun sage ich Tschüss und bis zur nächsten Folge von Friedrichs Flaschenpost,
00:36:31: dem Politik-Podcast der Friedrich-Ebert-Stiftung.
00:36:34: Macht es gut und natürlich bleibt politisch.
Neuer Kommentar